Auf Trainersuche
Nach der Trennung von Trainer Gerhard Wartenberg schlägt der LHC den VfL Potsdam II
Nach der Trennung von Gerhard Wartenberg befindet sich der LHC auf der Suche nach einem Cheftrainer. Unterdessen siegte der Club zu Hause in der Oberliga Ostsee-Spree deutlich gegen die Reserve des VfL Potsdam.
Ein bisschen ungewohnt war sie, die neue Rolle, ein bisschen früh war ihr Zeitpunkt auch, fand David Klein. „Natürlich ist das etwas Neues“, sagte Klein, als die Stadtsporthalle am Sonnabendabend langsam wieder zur Ruhe kam, „aber die Mannschaft hat mich in dieser Situation sehr unterstützt. Grundsätzlich möchte ich natürlich noch ein paar Jahre selber spielen.“ Klein hatte, nachdem sich Club und Cheftrainer Gerhard Wartenberg getrennt haben, das Team am Sonnabend beim 34:30 (15:13)-Sieg gegen den VfL Potsdam betreut.
„Wir haben uns nach einem Gespräch dazu entschieden, getrennte Wege zu gehen“, sagt Club-Präsident Thomas du Chesne. Über Details habe man Stillschweigen vereinbart. Derzeit befinde sich der Verein auf Trainersuche, man wolle „natürlich zeitnah einen Nachfolger finden“, so du Chesne, allerdings sei „durch die Erfolge der Zeitdruck etwas gemindert worden“.
Nach Wartenbergs Abschied hatte der derzeit ohnehin verletzte Spieler Klein das Team beim Derbysieg gegen den VfL II betreut, das Training leiten die erfahrenen Akteure René Rose und Frank Schücke.
Zwischen Trainer und Mannschaft hatte es atmosphärische Störungen gegeben. Nach der Trennung siegte der LHC zunächst beim 1. SV Eberswalde, dann auch in der heimischen Stadtsporthalle gegen Potsdam II und schob sich in der Tabelle der Oberliga Ostsee-Spree auf Rang sechs. Wartenberg, der laut Vertrag eigentlich bis zum Saisonende auf der Trainerbank sitzen sollte, war für Nachfragen nicht erreichbar.
Nach einer ausgeglichenen Startphase (7:7, 12.) konnte sich der LHC am Ende der ersten Halbzeit gegen den VfL II etwas absetzen und baute in der zweiten Hälfte den Vorsprung deutlich aus. Drei Minuten vor dem Abpfiff lag der LHC mit 34:27 in Führung. „Ich denke, wir haben eigentlich über die gesamte Zeit in der Abwehr gut gestanden und vorne den Ball gut laufen lassen. Auch die Chancenverwertung war besser als in vergangenen Spielen“, urteilte Schücke nach der Partie, außerdem habe sich die Personalsituation entspannt.
Schücke, der gemeinsam mit seinem Teamkollegen Rose das Training leitet, hatte bereits vorher Jugendteams und eine zweite Herrenmannschaft trainiert. „Die taktische Ausrichtung bespreche ich gemeinsam mit René Rose“, sagt Schücke, „und wir richten auch schon das Training unter der Woche auf die nächste Partie aus.“ Ein Amt als Trainer wäre später definitiv eine reizvolle Aufgabe, sei aber im Moment noch kein Thema. „Ich will selber noch spielen“, sagt Schücke, „bei der Trainingsarbeit profitiere ich natürlich davon, dass ich in meiner Laufbahn unter sehr erfahrenen und hochklassigen Übungsleitern trainiert habe.“
Beim Ludwigsfelder HC hatte in den vergangenen Jahren mehrmals der Cheftrainer gewechselt: Nachdem der Verein und Udo Bernhard im März 2009 getrennte Wege gingen, trainierte zunächst als Interimstrainer Sven Muschert bis zum Saisonende das Viertligateam, dann folgte Peter Frank, der aber 2010 zum Oranienburger HC ging. Im Sommer 2010 wurde dann nach einer langwierigen Suche Wartenberg verpflichtet. In der nächsten Partie der Oberliga Ostsee-Spree tritt der LHC am 3. Dezember beim Grünheider SV an (Anpfiff 18 Uhr).
Lars Sittig
Quelle: Märkische Allgemeine, Zossener Rundschau, 21.11.2011

