Mit links
Timo Schäfer ist zurück – verliert allerdings mit dem Ludwigsfelder HC beim Comeback
Der LHC ist mit einer knappen Niederlage in die Rückrunde der Oberliga Ostsee-Spree gestartet. Durch die Rückkehr von Timo Schäfer soll der akute Mangel an Linkshändern behoben werden.
Ein bisschen Glück hat er gehabt, damals, als die Natur ihre Talente verteilte, das sieht auch Timo Schäfer selber so. „Natürlich begünstigt eine spezielle Veranlagung, dass man mit links werfen kann, aber ich musste auch etwas dafür tun“, sagt er. Linkshänder gelten als Goldstaub bei der Sportart um Siebenmeter und Tempogegenstöße. Schäfer ist jetzt noch einmal zurückgekehrt zum Ludwigsfelder HC, für den er bereits in der Saison 2009/10 spielte. Er unterlag bei seinem Comeback allerdings zu Hause gegen den OSC-Schöneberg-Friedenau mit 31:32 (12:15). „Es war eine Partie auf Augenhöhe, wir haben aber ein paar Fehler zu viel gemacht und deshalb verloren“, urteilt der 36 Jahre alte Schäfer, der zuletzt beim Berliner Verbandsligisten Lichtenrade gespielt und seine Laufbahn eigentlich schon beendet hatte. „Ich war schon im Handball-Fast-Ruhestand. Im Oktober habe ich für mich entschieden, einen Schlussstrich zu ziehen, aber dann kam der Anruf des LHC und ich habe mich zu einer Rückkehr entschlossen. Auch weil es mit der Mannschaft einfach passt“, sagt Schäfer zur LHC-Rückhol-Aktion.
Nun also noch einmal Ludwigsfelde, nachdem Schäfer in seiner langen Laufbahn die Jugendjahre in Berlin bei der SG TMBW verbrachte und später unter anderem fünf Jahre für den 1. VfL Potsdam spielte. Mit Schäfer will man beim LHC die chronische Linkshänder-Unterbesetzung lindern. „Das war ein ganz wichtiges Kriterium für seine Verpflichtung“, sagt LHC-Manager Jörg Taeger, für den der Club gegen den OSC Schöneberg-Friedenau das „Spiel in der Abwehr verloren“ habe.
In der engen Partie in der Stadtsporthalle am Sonnabend hatte sich der Berliner Rivale am Ende der ersten Halbzeit etwas abgesetzt, in der Schlussphase entwickelte sich ein ganz enges Duell, in dem der OSC am Ende hauchdünn gewann und durch den Sieg mit dem LHC in der Tabelle gleichzog (15:13). Bereits vor dem Spiel hatte Taeger dem OSC in den letzten Wochen der Hinserie einen „deutlichen Aufwärtstrend“ attestiert.
René Rose, der derzeit gemeinsam mit Frank Schücke das Team trainiert, befand nach der Niederlage, im Angriff habe man ganz gut gespielt, aber dafür die Abwehr vernachlässigt. „Wir haben uns wie schon gegen Lübbenau und Cottbus selber geschlagen, obwohl Schöneberg-Friedenau verdient gewonnen hat“, moniert Rose, „irgendwie ist momentan der Wurm bei uns drin“. Auch David Klein, der nach einer dreimonatigen Pause (Fingerfraktur) bereits zu einem Kurzeinsatz im Pokalspiel bei der TSG Lübbenau kam und wieder einsatzbereit ist, hatte die Defensive als Problemzone ausgemacht: „Die Abwehr war lange Zeit nicht so aggressiv und präsent, wie sie sein sollte“. Im ersten Spiel nach der Weihnachtspause war der Titelverteidiger bei der TSG Lübbenau aus dem HVB-Pokal ausgeschieden.
Gut möglich, dass einer wie Schäfer in den kommenden Monaten die Variationsmöglichkeiten des Interim-Spielertrainer-Duos Schücke/Rose erhöht. „Er soll für Entlastung sorgen“, sagt Rose über den reaktivierten Groß- und Außenhandelskaufmann, der über die rechte Außenbahn kommt, „er steht gut in der Abwehr und bringt viel Erfahrung mit“.
Wie lange Schäfer einen neuen Frühling im Herbst der Karriere erlebt, ist noch offen. „Der Vertrag läuft bis zum Saisonende“, sagt der Linkshänder. „Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werden wir uns zusammensetzen und über die Zukunft sprechen.
Lars Sittig
Quelle: Märkische Allgemeine, Zossener Rundschau, 16.01.2012

